Naturschutz und Rechtsextremismus

Ländliche und strukturschwache Gebiete auch in Brandenburg stehen zunehmend vor besonderen Herausforderungen durch rechtsextremistische und völkische Gruppen. Diese treten oft gezielt als „Kümmerer“ auf, versuchen, die vorhandenen zivilgesellschaftlichen Strukturen zu unterwandern und ihre demokratiefeindlichen, antisemitischen, rassistischen oder rechtsextremen Einstellungen anschlussfähig zu machen. In der Folge wird eine Verankerung in zivilgesellschaftlichen Strukturen angestrebt.

Von diesen rechtsextremistischen Bestrebungen sind auch Strukturen im Bereich des ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschutzes betroffen. Naturschutz ist ein Kernthema des rechtsextremen Weltbildes. Daher bedienen sich rechtsextreme Gruppierungen und Akteur*innen auch ökologischer Themen, um ihre Ideologien in die Mitte der Zivilgesellschaft zu tragen.
Auch kommt es zu Kooperations- und Vereinnahmungsversuchen ehrenamtlicher Umwelt- und Naturschutzvereine oder ihrer Natur- und Umweltbildungsveranstaltungen, etwa durch völkische Siedler.

So ergab eine Studie des Instituts für Diversity, Natur, Gender und Nachhaltigkeit, (diversu) e.V. 2019 in einer Umfrage bei den Mitgliedsverbänden des Deutschen Naturschutzrings zur Verbreitung von Rechtsradikalismus in Natur- und Umweltschutzverbänden, dass 31,5% der teilnehmenden Befragten im Rahmen ihrer Vereinstätigkeiten bereits Erfahrungen mit Menschen mit antidemokratischen Ideologien gemacht hatten. Die Erfahrungen reichten von zugesendeten Informationsmaterialien mit völkisch-ideologischer Gesinnung, rassistischen Vorfällen bei Aktionen und Exkursionen, über Mietanfragen und Debatten auf Veranstaltungen oder an Infotischen, bis zu konkreten Kooperationsanfragen. (diversu-Strategiepapier „Rechte Landnahme stoppen“, Lüneburg 2020).